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Märtyrer

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Märtyrer

Erzbischof Oscar Arnulfo Romero (1917-1980),
S a n   S a l v a d o r
24. März 1980

„Wenn sich die Politik auf den Altar drängt, muss die Kirche ihn schützen.“

Oscar Arnulfo wurde in Ciudas Barrios, einem kleinen Dorf in San Salvador, geboren. Im Alter von 13 Jahren tritt er in das Kleine Seminar von San Miguel ein. Als er 20 wird, geht er nach Rom, um dort sein Studium zu absolvieren. Er wird Sekretär beim Bischof von San Miguel, und diese Funktion hat er die nächsten 23 Jahre inne. Während dieser Zeit macht er sich viele Freunde unter der einheimischen Bevölkerung, seine aktive pastorale Tätigkeit, sein tägliches Rosenkranzgebet, seine feurigen Predigten über das Paradies und die Hölle berühren sowohl die Gebildeten als auch die Einfachen und Ärmsten. Um die letzteren kümmert er sich besonders, sagt er über sie, dass sie „der Schatz der Kirche“ sind.

1967 wird Oscar Romero zum Bischof geweiht, 1977 wird er Erzbischof von San Salvador. Er macht auf die soziale Ungerechtigkeit aufmerksam, kritisiert die blutigen Morde und das System der Oligarchie, das die Menschen von San Salvador ins Elend stürzt. In dieser Zeit wird Erzbischof Romero vorgeworfen, eine politische Befreiungstheologie zu predigen, doch seine Stimme ist nichts anderes als die eines Hirten, der besorgt ist um das Heil seiner Herde. Die Kirche, die den Schutz menschlicher Würde fordert und um soziale Gerechtigkeit kämpft, wird für die Regierenden besonders unbequem. Plakate aus dieser Zeit tragen die Slogans: „Sei ein Patriot: töte einen Priester.“ Den um Freiheit kämpfenden Bewegungen des einfachen Volkes steht Erzbischof Romero anfangs skeptisch gegenüber, dann aber unterstützt er sie angesichts der Morde und der Gewalt, die an seinen Gläubigen begangen werden. Seine Entscheidung begründet er mit den Worten: „Wenn sich die Politik auf den Altar drängt, muss die Kirche ihn schützen.“

Täglich kommen arme und reiche Menschen zu ihm, die um seine Intervention für inhaftierte Bekannte und Verwandte bitten. Die mächtigste Waffe des Bischofs ist das Wort, das er von der Kanzel verkündet, ein Wort, das Verbrecher kritisiert, die beim Namen genannt werden, ein Wort, das die Folter, die Entführungen und Morde beschreibt.

Am 24. März 1980 hält er eine Seelenmesse für seine verstorbene Mutter. Trotz ausdrücklicher Bitten seiner Freunde, die ihm aus Angst vor einem Anschlag davon abraten, betritt er den Altar, um die Eucharistie zu feiern. Die Kugel eines Scharfschützen verwundet ihn tödlich, als er nach der Predigt zum Altar geht. Sein Begräbnis wird zu einer Demonstration des freien Volkes, die von Bomben und Schüssen brutal unterbrochen wird. Der Märtyrertod des Bischofs vermischt sich mit dem Blut hunderter weiterer Katholiken, die im Blut „des Erlösers“ (El Salvador) die ewige Ruhe finden.