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Märtyrer

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Märtyrer

Sel. Karl Leisner (1915-1945),
D e u t s c h l a n d
12. August 1945

„Victor in Vinculis“

Karl Leisner wurde in Rees, in Deutschland, geboren. Früh tritt er einer katholischen Jugendorganisation bei, ihr verdankt er auch seine geistige Entwicklung. Er stellt sich als wunderbarer Freund der Jugend heraus; fröhlich, kommunikativ, voller Vitalität, hat er die Fähigkeit junge Menschen um sich zu sammeln.

1934 beginnt er Theologie zu studieren. 1936 unternimmt er per Anhalter eine Reise nach Rom und hat durch glücklichen Zufall die Ehre, an einer Audienz bei Papst Pius XI. teilzunehmen, wo dieser über die Gefahr der „Epidemie“ des Faschismus in Deutschland spricht. Leisner sieht die Bedrohung für das deutsche Volk sowohl im Kommunismus als auch im Faschismus, da beide Ideologien der Kirche feindlich gesinnt sind. Seine Arbeit mit den Jugendlichen bleibt nicht ohne Rückhall: Da er in der Kirche auffällt, werden die Nazis auf ihn aufmerksam. 1936 wird er in Polizeievidenz genommen, er wird ständig beschattet, die Polizei durchsucht sein Haus.

In dieser Zeit reift in Karl die Entscheidung, sein Leben dem Priestertum zu widmen. Am 25. März 1939 wird er zum Diakon geweiht. Seine weitere Ausbildung wird durch seine Inhaftierung abgebrochen. Im Krankenhaus in St. Blasius äußert er unachtsam seine Enttäuschung über einen misslungenen Anschlag auf Hitler. Er wird von einem Patienten verraten, mit dem er einige Monate lang das Zimmer geteilt hatte.

Karl Leisner wird in das KZ in Sachsenhausen gebracht, später nach Dachau. Dort teilt er das Schicksal vieler Gefangener – Hunger, Krankheit, extreme Auslaugung – schließlich wird er in die Baracke für schwerkranke Tod-Geweihte überwiesen. 1944 kommt der französische Bischof Gabriel Piquet in das KZ, und für Karl eröffnet sich die Möglichkeit der Priesterweihe. Die Feier an sich, wie auch die Vorbereitungen darauf sind ein rührendes Zeugnis der Einheit unter den gläubigen Menschen trotz aller Verschiedenheiten. Der Bischof bekommt eine Mitra, Festgewand, einen Bischofsring – ein Geschenk von einem orthodoxen Russen, sowie eine Stola mit der Aufschrift: „Victor in Vinculis“ („Sieger in Ketten“) – Leisners Motto, das er während seiner Zeit mit den Jugendlichen wiederholt verwendet hat. Die Messbücher und das Öl für die Salbung werden vorbereitet, die Gefangenen lernen ein speziell für diesen Anlass komponiertes Lied. Am dritten Adventsonntag, nach einer stärkenden Koffeinspritze, wird Karl Leisner in der KZ-Kapelle zum Priester geweiht. Karl Leisner trifft sich an diesem Tag mit den Pastoren der evangelischen Kirche, die für ihn eine Agape organisiert haben.

Am 26. Dezember 1944, als sich sein Gesundheitszustand gebessert hat, zelebriert Leisner seine erste und letzte hl. Messe. Ab diesem Tag lässt es die Krankheit nicht mehr zu, dass der junge Priester sein Bett verlässt - bis zu seinem Tod. In den letzten Worten seines Notizbuchs vergibt er seinen Feinden; versöhnt mit Gott und den Menschen stirbt er am 12. August 1945. Johannes Paul II. hat Karl Leisner, den „Priester einer Messe“ am 23. Juni 1996 in Berlin seliggesprochen.