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Märtyrer

Hl. Gianna Beretta Molla (1922-1962),
I t a l i e n
28. April 1962

„Jede Berufung ist eine Berufung zur physischen, geistigen und moralischen Mutterschaft, und die Vorbereitung darauf bedeutet bereit zu werden Leben zu schenken.“

Gianna Beretta Molla kam in dem italienischen Ort Magenta, in der kinderreichen Familie von Alberto und Maria de Michelli zur Welt. Im Alter von 18 Jahren übernimmt sie die Rolle der Erzieherin der jüngsten Mädchen in der Katholischen Aktion (KA). Sie entpuppt sich als energische Person voller Initiative. Bis zu ihrem Lebensende führt sie das Programm der KA durch: Ihr Fundament ist das Gebet und sie ist im Apostolat für ihre Nächsten tätig, vor allem für jene, die fern von Gott sind. In ihrer Arbeit betont sie die Rolle und den Sinn von Leiden und Opfer auf dem Weg zur Heiligkeit.

Gianna entscheidet sich für das Studium der Medizin. Diese Entscheidung ist eher eine Antwort auf ihre Berufung, als die Wahl eines Berufes. Ihre Begründung kann man als unerreichtes Beispiel der ärztlichen Ethik sehen: „Das ist eine priesterähnliche Mission! So wie ein Priester Jesus berühren darf, berühren wir Ärzte Jesus in den Körpern der Kranken: der Armen, der Jungen, der Alten, der Kinder.“ Auch als Ärztin trennt sich Gianna Beretta nicht von ihrem Traum, Missionarin zu werden. Sie plant, nach Brasilien zu gehen, wo ihr Bruder P. Alberto arbeitet. Dieser rät ihr jedoch von diesem Weg ab, da er befürchtet, dass das tropische Klima für Berettas Gesundheit gefährlich werden könnte.

In ihrem Leben kommt die schwierige Zeit der Frage nach der Berufung. Sie betet viel, spricht mit ihrem geistigen Begleiter, unternimmt schließlich eine Wallfahrt nach Lourdes, um sich über ihre Berufung klar zu werden. Letztendlich erkennt sie, dass ihr Glück und ihre Mission im Familienleben liegen. 1955 heiratet sie in Magenta den Ingenieur Peter Molla. Beide sind sehr religiös und sehen in der Gnade des Sakramentes der Ehe das Glück ihrer Familie. Als sie schon drei Kinder haben (alle Schwangerschaften sind schwierig verlaufen), stellt sich bei der nächsten Schwangerschaft heraus, dass ein Tumor an der Gebärmutter operiert werden muss. Als Ärztin ist sich Gianna dessen bewusst, dass diese Operation das Leben ihres ungeborenen Kindes gefährdet. Peter Molla erinnert sich an ihre Entscheidung: „Als der Entbindungstermin nahte, sagte sie ganz offen: '… wenn man zwischen mir und dem Kind entscheiden muss, gibt es kein Zögern. Ich bestehe darauf, dass ihr das Kind wählt. Rettet das Kind!’“

Am Karfreitag 1962 beginnt die Geburt. Am Karsamstag, im Moment, als die Osterglocken zu läuten beginnen, kommt ein gesundes Mädchen zur Welt – Gianna Emmanuela. Ihre Mutter hat in den nächsten Tagen starke Schmerzen und ihr Gesundheitszustand verschlechtert sich. Eine Woche nach der Entbindung beginnt die Agonie. Beretta wiederholt in ihrem Leiden ständig: „Jesus, ich liebe Dich, Jesus, ich liebe Dich.“ Sie stirbt am 28. April 1962.

Am 23. September 1973 wurde Gianna Beretta Molla in Rom von Papst Paul VI. seliggesprochen. Die Selige wurde „die Mutter aus der Diözese Mailand, die – um ihrer Tochter das Leben zu geben – bewusst ihr eigenes Leben geopfert hat.“ (Papst Paul VI.) Am 16. Mai 2004 wurde sie von Johannes Paul II. heiliggesprochen. Während der Feier sagte der Hl. Vater: „Gianna Beretta Molla ist dem Beispiel Christi gefolgt und war als heilige Familienmutter heldenhaft treu gegenüber der Verpflichtung, die sie am Tag ihrer Heirat annahm …Das höchste Opfer, das ihr Leben besiegelte, bezeugt, dass nur der, der den Mut hat, sich selbst völlig Gott und seinen Brüdern hinzugeben, sich selbst verwirklicht…. Möge unsere Zeit fähig sein, durch das Beispiel von Gianna Beretta Molla die reine, keusche und fruchtbare Schönheit der ehelichen Liebe zu entdecken, die als Antwort auf den göttlichen Ruf gelebt wird!“.
(Zitat aus: ZENIT, ZG04051802)