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Märtyrer

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STÜCK

Märtyrer

Dietrich Bonhoeffer (1906-1945),
D e u t s c h l a n d
8. April 1945

„Das ist das Ende. Für mich ist es der Anfang eines neuen Lebens.“

Dietrich Bonhoeffer wurde in Breslau als das sechste Kind von Karl und Paula Bonhoeffer geboren. 1923 beginnt er sein Theologiestudium in Tübingen. Nach seinem Abschluss arbeitet er zunächst als Vikar in Barcelona, dann als Assistent des Instituts für Theologie an der Universität Berlin. Nach seiner Habilitation fährt er nach New York, um sich am Union Theological Seminary weiterzubilden. Dort lernt er das Gedankengut des Pazifismus kennen, begegnet einer Kirche, die sich für soziale und politische Angelegenheiten engagiert, einer Kirche, die sich für die Armen einsetzt (Zeit der Weltwirtschaftskrise).

Jene Erfahrungen prägen Bonhoeffers Bild von der Kirche, die auf sozialer und politischer Ebene tätig sein soll. Nach seiner Rückkehr in die Heimat nimmt er als protestantischer Pastor die Arbeit mit Jugendlichen und Studenten auf. 1933 spricht er sich deutlich gegen Hitlers Diktatur aus. Noch vor den Wahlen zum Reichstag warnt er: „Ein Sieg von Hitlers Partei wird unvorhersehbare Folgen haben, nicht nur für die Entwicklung des deutschen Volkes, sondern auch für die Entwicklung der ganzen Welt.“ Als einer der ersten in der Kirche protestiert er gegen die Diskriminierung der Juden, er appelliert an die Kirche um eine eindeutige Aussage gegen den Faschismus. Er tritt der entstehenden Bekennerkirche bei, die eine Alternative zur deutschen Volkskirche bildet.

Die Regierung sieht Bonhoeffer als Staatsfeind und Pazifisten an und lässt das Seminar in Finkenwalde schließen, das Bonhoeffer kurze Zeit leitet. Im Untergrund sucht Bonhoeffer nach Verbündeten zum Sturz von Hitlers Diktatur. Mit Wilhelm Canaris knüpft er Kontakte zum Wehrmachtbüro im Ausland. Dietrich Bonhoeffer steht vor einem moralischen Dilemma: Ist ein Anschlag auf Hitler, den er einen Antichristen nennt, eine Überschreitung des Gebotes „Du sollst nicht töten.“?

Er führt seinen Plan nicht aus, am 5. April 1943 wird er unter dem Vorwand, seine Stellung für politische Zwecke auszunutzen, inhaftiert und ins Gefängnis Berlin-Tegel gebracht. Dort zeigt er sich als einfühlsamer Mitgefangener, der seine Berufung in den einfachsten Diensten erfüllt. Nach einem misslungenen Attentat auf Hitler wird Bonhoeffer als Mitwissender zum Tode verurteilt. Er wird ins KZ Buchenwald gebracht, dann nach Flossenburg überführt und am 8. April 1945 erhängt. Vor seinem Tod soll er gesagt haben: „Das ist das Ende. Für mich ist es der Anfang eines neuen Lebens.“